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ESC 2010
Eine Möglichkeit der Kunst liegt in einer aktualisierten und sich
ständig aktualisierenden kulturellen Grundlagenforschung, zu der
(neue) Ansätze in der Kunstvermittlung ebenso gehören wie
die tatsächliche und aktive Einbindung verschiedenster Gruppen
von AkteurInnen in die Auswahl der thematischen Schwerpunkte.
Diese AkteurInnen sind zum einen ExpertInnen aus den verschiedenen
Bereichen der Natur- und Geisteswissenschaften, PraktikerInnen aus der
Lehre, KünstlerInnen aus den Sparten Video, Musik/Klang,
Performance und Bildende Kunst und zum anderen WorkshopteilnehmerInnen
und BesucherInnen.
Aufbauend auf den Konzepten der Interdisziplinarität, die die ESC
in den letzten Jahren in ihren Projekten (z.B. Pd_Convention oder
Prologue I - III) entwickelt und umgesetzt hat, soll weiter an der
Zusammenführung von Wissenschaft und Kunst einerseits, und an der
Verknüpfung der einzelnen Disziplinen von Kunst andererseits
gearbeitet werden.
Dabei geht es nicht darum, wissenschaftliche Thesen bloss in Form von
Vorträgen zu vermitteln und künstlerische Arbeiten
verschiedener Disziplinen aneinanderzureihen, sondern um die
tatsächliche Zusammenarbeit und den Austausch von
WissenschafterInnen und KünstlerInnen an einem physischen Ort in
Form einer Arbeitsklausur und dem Aufbau einer Vernetzungsstruktur
(ESCLab). Es geht um die Schaffung einer experimentellen Basis, von
der Innovationen sowohl in der künstlerischen Praxis als auch in
der Theoriebildung ausgehen.
Um dabei tatsächlich in beiden Ausgangsbereichen zeitgemäss
aktuelle Ansätze zu formulieren, bedarf es eines kontinuierlichen
Arbeitsprozesses, der sich im Programmaufbau widerspiegelt.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellt sich die Frage: was nehmen wir
aus dem 20. Jahrhundert mit, das wir als Wissens- und Erkenntnisbasis
für eine offene Gesellschaft der Zukunft verwenden können,
und das uns sowohl in den verschiedenen Formen künstlerischer
Praxis als auch in der Entwicklung und Erforschung und im
Verständnis über unsere Welt unterstützt.
Reni Hofmüller
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