WER BRAUCHT KUNST?


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Leitbild

1 ]     Die ESC wurde im August 1993 von in Graz ansässigen und tätigen Künstlerinnen und Organisatorinnen gegründet. Sitz der ESC ist im LABOR, Graz, Jakoministraße 16.

1 a ]     Die ESC führt und verwaltet das LABOR als Produktions- und Veranstaltungsstätte, die auch anderen Künstlergruppen und Institutionen zur Präsentation ihrer Aktivitäten zur Verfügung steht.

2 ]     Die ESC ist eine Kulturinitiative — sie initiiert und betreibt Kunst//Projekte im Kontext "neuer" Kulturtechnologien.

2 a ]     Unter Kulturtechnologien verstehen wir — im Unterschied etwa zur [Kultur-]Technik des Schreibens — komplexe Systeme, in denen sich Techniken, wie die des Schreibens, unter den Bedingungen beschleunigter Übermittlung von der Informationsproduktion zur Möglichkeit "interaktiver" Kommunikation entwickelt. (Wissensgesellschaft) Wie zB. das Schreiben, so unterliegen diesen Systemen auch die Techniken der Kunst, deren Inhalte ebenso wie die Techniken der Vermittlung — sowohl der Inhalte als auch der Systeme.

2 b ]     Als Kulturinitiative engagiert sich die ESC auch für den Aufbau einer telematischen Infrastruktur der Veröffentlichung und des Betriebes von Kunst in Korrespondenz mit den örtlichen und architektonischen Gegebenheiten des LABOR.

3 ]     Die ESC ist ein MedienKunstverein — sie entwickelt Kunst//Projekte im Kontext "neuer" Kulturtechnologien.

3 a ]     Die künstlerischen Aktivitäten der ESC werden davon bestimmt, dass die Kunst als Teilsystem der gesellschaftlichen und sozialen Wirklichkeit begriffen wird; der medienspezifische Aspekt leitet sich von der Designation dieser Wirklichkeit durch "neue" Kulturtechnologien [so genannte "neue Medien"] her.

4 ]     In ihrer Doppelfunktion ist die ESC ein Labor — gewidmet dem Versuch, die Funktionen einer Kulturinitiative und eines Kunstvereines zu vereinen.

4 a ]     Der Versuch gründet auf Erfahrungen und Beobachtungen, dass künstlerische Strategien und Strategien der Vermittlung verstärkt unter den selben Bedingungen entstehen und verfolgt werden.

4 b ]     Die ESC ist ein Projekt in Progress: Die Entwicklung der ESC ist integrierender Teil der Projekt-Entwicklung im Bereich künstlerischer und vermittelnder Aktivitäten.

5 ]     Programmatische Schwerpunkte der ESC — als Kulturinitiative und Kunstverein — sind ästhetische, gesellschaftspolitische und wissenschaftliche Implikationen der technologischen Determinanten unserer Kultur.

5 a ]     Ästhetische Implikationen
— mit Schwerpunkt auf Strategien einer medienorientierten und/oder von Kommunikationsstrukturen bestimmten Kunst in Praxis und Theorie.

5 b ]     Gesellschaftliche Implikationen
mit Schwerpunkt auf feministische Praxis und Theorie und deren Entsprechungen in künstlerischen Zusammenhängen.

5 c ]     Wissenschaftliche Implikationen
— mit Schwerpunkt auf aktuelle und zeitgeschichtliche Themen, welche den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen und eine Verbindung von Kunst + Wissenschaft nahelegen.

6 ]     Wichtiger Bestandteil des Projektes ESC sind regionale und internationale Partner, deren Tätigkeiten mit der Programmatik der ESC korrespondieren.

7]     Projektpräsentationen durch die ESC im LABOR und Entwicklungen künstlerischer Projekte erfolgen im Modus der Partnerschaften.

7a]<     Im Hinblick auf Präsentationen und Entwicklungen präferiert die ESC das Neue, Unerprobte und Ungesicherte und trägt das Risiko mit.



Die ESC, Kunstverein in 8010 Graz, Jakoministrasse 16, tel 0043 316 83 60 00, e-mail esc[at]mur.at, ermöglicht und initiiert künstlerische Projekte, sammelt, verarbeitet und veröffentlicht kulturelle Daten.