Kunstpreis 2020, Sommerfest und Finissage THE BIRTH OF THE ROBOTS

Laufzeit: 

16/07/2021

Eröffnung: 

Freitag, 16. Juli 2021 - 18:00
esc_medien kunst labor_Kunstpreis 2020

Anlässlich der Verleihung des Österreichischen Kunstpreises 2020 in der Sparte Kunst- und Kulturinitiativen an das esc medien kunst labor luden wir sehr herzlich zum Feiern im Rahmen eines Sommerfestes und der Finissage von THE BIRTH OF THE ROBOTS am Freitag, den 16. Juli ab 20:00 Uhr in das esc mkl ein.

Der Österreichische Kunstpreis wird etablierten Künstlerinnen, Künstlern und Kulturinitiativen für ihr Gesamtwerk zuerkannt und jährlich vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport vergeben.

 

Zur Finissage zu THE BIRTH OF THE ROBOTS war die Künstlerin Justine Emard persönlich anwesend und führte durch ihre beiden Ausstellungen im Mausoleum und im esc mkl.

 

Anschließend feierten wir mit Live-Musik, von Notorious Noise Brigade (Eva Ursprung und Reni Hofmüller), Frau Sammer und Cherry Sunkist, Videoprojektionen und DJ(anes) sowie Speis und Trank im esc medien kunst labor:

 

Programm 16.7:

 

20:00 – 20:15 Uhr
Begrüßung Ilse Weber, Reni Hofmüller

 

20:15 Uhr:
Führung mit der Künstlerin Justine Emard

 

20:15 – 20:45 Uhr:
- Tanzmusik für Daphnia magna - Alter tanzt mit Daphnia magna
Notorious Noise Brigade

 

20:45 – 21:30 Uhr:
- transrobotische-nachbarschaftshilfe.space/shows
Frau Sammer

 

21:30 – 22:15 Uhr:
- Electric Dreams – Computerliebe
Cherry Sunkist

 

ab 22:15 Uhr:
- DJ Ocho

- Videos esc mkl (Schnitt: Miriam Raggam-Alji)

 

Die Feier wurde aufgezeichnet: Link zum Stream 

 

 

Jurybegründung Österreischischer Kunstpreis 2020: 

 

Künstliche Intelligenz, Gentechnologie, Robotik, Prothetik, Geopolitik, Feminismus und urbane Netzwerke. Das sind nur einige der Themen, die aktuell im esc medien kunst labor verhandelt werden.

 

Im August 1993 in Graz gegründet, macht sich diese Initiative seither auf den Weg, die Auswirkungen von Technologie auf Gesellschaft mit den verschiedensten künstlerischen und wissenschaftlichen Ansätzen zu ergründen. Dabei wird auch vor dem Orbit nicht halt gemacht und schon mal ein gemeinsam mit Künstler*innen und Techniker*innen entwickelter Satellit in die Erdumlaufbahn geschossen. Das Wort "gemeinsam" steht im Mittelpunkt der Arbeit von esc: die gemeinsame Entwicklung von Projekten mit Künstler*innen, die Lust am gemeinsamen Experimentieren und am gemeinsamen Draufkommen dessen, was Gesellschaft gerade ausmacht. Das ist es, was die beiden Betreiberinnen des esc antreibt.

Reni Hofmüller und Ilse Weber sind die umtriebigen Persönlichkeiten hinter der Medienkunst-Initiative. Wobei Medienkunst? Die ist nur ein – wenngleich wichtiger – Teil des Ganzen. Interdisziplinäres Denken zwischen Kunst, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft wird groß geschrieben. Das "esc" selbst schreibt man hingegen klein, steht es doch auch für den Ausstieg, das Entkommen oder die Flucht. Nicht im Sinne eines Fatalismus, vielmehr im deleuzianischen Verständnis als Fluchtlinie für einen Sprung in andere Territorien, um mit dem Wissen aus diesen wieder zurück in die Mitte zu kommen.

Das trifft auch für die Wanderung der Homebase von esc zu. Begonnen wurde in der Plüddemanngasse im östlichen Grazer Stadtbezirk Waltendorf, danach ging es in die Jakoministraße und im September 2013 landete das Labor im Palais Trauttmansdorff in der Bürgergasse im Herzen der Stadt. Dort wird produziert, kooperiert und vernetzt, gezeigt und vermittelt, diskutiert und dokumentiert. Das esc versteht sich dabei nicht als Galerie oder gar als Museum, sondern als offener Kunstraum, der immer wieder aus den engen grenzen der White und Light Cubes ausbricht. Wert wird daher darauf gelegt, dass nicht bloß fertige Arbeiten präsentiert werden, sondern der prozesshafte Charakter der künstlerischen Produktion sichtbar wird.

Mannigfaltig sind auch die Verwurzelungen und Verästelungen, die das esc von Graz ausgehend geschlagen hat. Kooperationen mit lokalen Kunsteinrichtungen, Universitäten, Fachhochschulen oder dem freien Radio gehören genauso dazu wie mit internationalen Akteur*innen. Im Rahmen des esclab wird etwa gezielt die Zusammenarbeit österreichischer Künstler*innen mit Künstler*innen aus anderen Nationen wie Australien, Kanada, Mexiko, Chile, Südafrika, den Vereinigten Staaten oder dem gesamten europäischen Raum gefördert.

 

Es bleibt zu wünschen, dass die Kunst- und Theorie-Maschine des esc auch weiterhin weit über die Grazer Grenze hinaus wirkt, sich renitent gegen den Mainstream stellt und sorgfältig an spannenden Netzwerken webt.

 

Mit anderen Worten: :(){ :⎪:& };:

 

Thomas Philipp, für den Kulturinitiativenbeirat, Bundeskanzleramt, Sektion II: Kunst und Kultur