
Bionic and the Wires von Jon Ross und Andy Kidd verwandelt elektrische Signale von Pflanzen und Pilzen in ein sich ständig veränderndes Klangfeld. Sensoren messen minimale Bioaktivität und übersetzen sie in Echtzeit in Klang. So entstehen fragile akustische Systeme, in denen Organismen als klanglich wirksame Akteure einer gemeinsamen, sich ständig verändernden Umgebung erfahrbar werden.
Als multidisziplinärer Künstler, Technologe und Umweltdenker hinterfragt Jon Ross anthropozentrische Vorstellungen von Kreativität, indem er nicht-menschlichen Lebensformen Ausdrucks- und Resonanzräume eröffnet. In Bionic and the Wires arbeitet er mit dem Musiker Andy Kidd zusammen, der direkte Biosignale mithilfe von Hubmagneten und digitalen Klangsystemen in hörbare Strukturen übersetzt.
Die Installation verwandelt die verborgene elektrische Aktivität von Pflanzen und Pilzen in ein immersives, sich kontinuierlich veränderndes Klangfeld. Für das esc medien kunst labor konzipiert, begegnen die Besucher:innen lebenden Organismen nicht als passive Objekte, sondern als akustisch wirksame Akteur:innen innerhalb einer gemeinsamen Klangumgebung. Durch genaues Hinhören werden sich überlagernde Muster erfahrbar, die aus inneren biologischen Prozessen hervorgehen.
Grundlage ist der Einsatz von Sensoren, die minimale Veränderungen der elektrischen Leitfähigkeit an der Oberfläche von Pflanzen und Pilzen erfassen.
In der Installation im esc medien kunst labor steuern die elektrischen Impulse der Pilze kleine Hubmagneten, die durch Kontakt mit organischen Materialien wiederum naturnahe Klänge generieren. Die Besucher:innen dürfen die Pilze vorsichtig berühren, verändern dadurch den Zustand der Lebewesen und damit den Klang.
Durch die akustische Verstärkung der kaum wahrnehmbaren Signale macht die Arbeit mikrobiologische und pflanzliche Prozesse als dynamische Systeme deutlich und lenkt die Wahrnehmung auf eine Reaktionsfähigkeit jenseits des Menschlichen. Pflanzen und Pilze erscheinen als relationale Akteure, die in permanentem Austausch mit ihrer Umwelt stehen.
Bionic and the Wires schlägt vor, Natur nicht als ein Gegenüber zu betrachten, sondern als klanglich wirksames Gefüge aus Signalen, Relationen und fortlaufender Transformation, in dem sich Grenzen zwischen Organismus, Technologie und Umgebung zunehmend auflösen.
Jon Ross (GBR) ist Künstler, Technologe und Umweltdenker. Er entwickelt u. a. bionische Systeme, mit denen Pflanzen und Pilze Klang und visuelle Prozesse erzeugen können. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Skulptur, Performance und Elektronik und untersucht die Rolle nicht-menschlicher Akteure in kreativen Prozessen. Er ist Gründer der Umweltorganisation Sow the City.
Andy Kidd (GBR) ist Künstler im Bereich elektronische Musik und Live-Performance. Er übersetzt bioelektrische Signale in Klang und schafft immersive musikalische Umgebungen. In Zusammenarbeit mit Jon Ross verbindet er organische Prozesse mit technologischen Systemen.
Support: Arne Glöckner (AUT), Kollektiv Ach & Krach (Arne Glöckner (AUT) Maschinenelektronik, Tontechnik, und Sebastian Schröck (AUT), Physiker). Ach & Krach sind in den Bereichen Performance, Musik und Installation tätig und arbeiteten bereits mit unterschiedlichsten Künstler:innen zusammen.
Dank an Michaela Friedl, GUTBEHÜTET, Pilzmanufaktur im Vulkanland
