
"BioDigital Organisms" von Amy Karle, 2023–2025, untersucht, was Leben und Intelligenz ausmacht und wie sich das Leben entwickeln könnte, wenn biologische Prinzipien, computergestütztes Design und künstliche Intelligenz aufeinandertreffen. Diese Arbeit untersucht die Möglichkeit, lebensähnliche Systeme durch digitale Prozesse zu entwerfen, und erzeugt dabei spekulative Entitäten, die sich zwischen biologischer Evolution und computergestützter Generierung bewegen. Sie befasst sich zudem mit der Frage, was entstehen könnte, wenn solche Systeme auf die synthetische Biologie treffen und mit natürlichen oder hybriden Ökosystemen interagieren.
Wir befinden uns in einer Ära, in der menschliche, biologische und künstliche Systeme zunehmend miteinander interagieren, sich gegenseitig prägen und das Verständnis von Leben und Intelligenz neu definieren. Das Projekt fragt, wie sich Intelligenz, Anpassung und Handlungsfähigkeit manifestieren könnten, wenn Leben nicht mehr als auf rein biologische Substrate beschränkt verstanden wird. Da künstliche Intelligenz, synthetische Biologie und Biofabrikation die Existenzbedingungen zunehmend neu gestalten, untersucht "Bio-Digital Organisms" die sich verschiebende Grenze zwischen natürlichen und künstlichen Systemen und hinterfragt, wie wir Leben im digitalen Zeitalter definieren.
Unter Verwendung computergestützter Entwurfsmethoden, die sich auf Entwicklungsbiologie, evolutionäre Systeme und künstliche Intelligenz stützen, erforscht die Arbeit KI-generierte adaptive Formen, die sich in silico entwickeln. Durch die Festlegung von Ausgangsbedingungen und evolutionären Regeln ermöglicht sie es der KI, Entitäten mit lebensechten Verhaltensweisen wie Wachstum, Interaktion und Anpassung zu generieren.
Diese spekulativen Organismen fungieren als konzeptionelle Modelle für neu entstehende Lebensformen. Sie dienen als Experimente dazu, wie lebende Systeme in hybriden biologisch-digitalen Umgebungen entworfen, simuliert oder kultiviert werden könnten. Sie dienen zudem als konzeptionelle Modelle zur Untersuchung der emergenten Eigenschaften komplexer Systeme und zur Erforschung, wie durch Interaktionen zwischen digitalen, synthetischen, biologischen und ökologischen Prozessen neuartige Formen entstehen können. Die Arbeit lotet die Grenze zwischen organischen und künstlichen Systemen aus und erwägt die Möglichkeit, dass neue Formen lebensähnlicher Organisation aus computergestützten Umgebungen entstehen könnten.
Die Arbeit bietet Raum für Reflexion, nicht für Vorhersagen. Sie lädt dazu ein, über die Implikationen der Gestaltung möglicher Zukunftsszenarien des Lebens und über unsere Verantwortung darin nachzudenken.
"Bio-Digital Organisms" fragt: Was macht Leben aus, wenn Biologie und Computerwissenschaft sich gemeinsam entwickeln?
