Vortrag: Conversations with Matter: Paper as Memory, Process, and Transformation

esc mkl TELLURIC talk
Freitag, 3. Juli 2026 - 19:00 bis 21:00

Laufzeit: 

02/07/2026
[esc] medien kunst labor
  • Vortrag

(Vortrag und Workshop in englischer Sprache).

 

Conversations with Matter untersucht Papier als lebendiges Material, das durch Prozesse der Transformation, Pflege und des Experimentierens entsteht. In Workshops und einem Künstlergespräch setzen sich die Teilnehmer*innen mit Textil- und Papierabfällen auseinander, lernen traditionelle und zeitgenössische Techniken der Papierherstellung kennen und reflektieren dabei über Materialkreisläufe, Nachhaltigkeit und kreative Zusammenarbeit.

 

Conversations with Matter bietet Einblicke in meine künstlerische Praxis und meine Forschungsmethoden. Anhand von Projektdokumentationen, Materialexperimenten und fertigen Arbeiten erläutert Surzhana Radnaeva, wie die enge Arbeit mit Materialien meinen kreativen Prozess geprägt hat. Der Vortrag präsentiert eine Auswahl von Forschungsprojekten mit verschiedenen lebenden und biobasierten Materialien, darunter Kombucha-Leder, Materialien auf Algenbasis, Myzel, bakterielle Farbstoffe, handgeschöpftes Papier und andere experimentelle Biomaterialien. Indem sie sowohl erfolgreiche Ergebnisse als auch laufende Erkundungen vorstellt, reflektiert sie darüber, wie Materialien zu Mitwirkenden in der künstlerischen Forschung werden können und dabei unerwartete Möglichkeiten, Herausforderungen und Formen des Wissens offenbaren. Die Präsentation verdeutlicht, wie das Experimentieren mit Materialien als Brücke zwischen Kunst, Wissenschaft, Ökologie und traditionellen Handwerkspraktiken dienen kann.

 

Conversations with Matter ist ein künstlerisches und pädagogisches Projekt, das die Beziehungen zwischen Menschen, Materialien und Transformationsprozessen mithilfe des Mediums handgeschöpftes Papier erforscht. An der Schnittstelle von Materialforschung, Kunst, ökologischem Denken, traditionellem handwerklichem Wissen und zeitgenössischem Experimentieren lädt das Projekt die Teilnehmenden dazu ein, sich direkt mit Stoffkreisläufen auseinanderzusetzen und Papier nicht nur als Träger von Informationen zu betrachten, sondern als Material, das Erinnerung bewahrt, Prozesse widerspiegelt und Transformation verkörpert.

 

Das Projekt wurzelt in meiner fortlaufenden künstlerischen Praxis, die sich mit Materialität, Transformation und den verborgenen Erzählungen in unserer alltäglichen Umgebung auseinandersetzt. Durch genaue Beobachtung, Reflexion und praktische Arbeit erforsche ich, wie Materialien Spuren bewahren und Geschichten erzählen. Papier dient dabei als besonders reichhaltiges Medium, da es sich aus Pflanzenfasern, Textilien und Abfall kontinuierlich in neue Ausdrucksformen verwandeln lässt. Durch seine Herstellung offenbart Papier die miteinander verflochtenen Themen Erinnerung, Prozess und Transformation, die den konzeptionellen Rahmen dieses Projekts bilden.

 

Im Mittelpunkt des Projekts steht der gesamte Zyklus der handgeschöpften Papierherstellung. Die Teilnehmer*innen werden in den Prozess eingeführt, von der Auswahl und Identifizierung geeigneter Rohstoffe über deren Aufbereitung, Aufschluss, Blattbildung und Trocknung bis hin zur kreativen Anwendung. Textilabfälle, Recyclingpapier und lokal verfügbare Fasermaterialien werden zu Ressourcen für Experimente und Lernen und zeigen, wie ausrangierte Materialien durch Transformation neuen Wert und neue Bedeutung erlangen können.

 

Die Workshops verbinden traditionelle und zeitgenössische Methoden der Papierherstellung. Die Teilnehmer arbeiten mit manuellen Werkzeugen wie Mörser und Stößel sowie mit dem „Hollander Beater“, einer im Rahmen des Telluric-Projekts gemeinsam mit Mekanika entwickelten Maschine zur Faseraufbereitung. Durch diese unterschiedlichen Ansätze gewinnen die Teilnehmer ein Verständnis dafür, wie Fasereigenschaften, Verarbeitungsmethoden und Materialauswahl die Qualitäten und Eigenschaften des fertigen Papiers beeinflussen.

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