Workshop: Conversations with Matter: Paper as Memory, Process, and Transformation

©esc medien kunst labor - (RE)NEW Part I - telluric
Samstag, 4. Juli 2026 - 10:00 bis 18:00

Laufzeit: 

04/07/2026
[esc] medien kunst labor
  • esclab

(Vortrag und Workshop in englischer Sprache).

 

Conversations with Matter untersucht Papier als lebendiges Material, das durch Prozesse der Transformation, Pflege und des Experimentierens entsteht. In Workshops und einem Künstlergespräch setzen sich die Teilnehmer*innen mit Textil- und Papierabfällen auseinander, lernen traditionelle und zeitgenössische Techniken der Papierherstellung kennen und reflektieren dabei über Materialkreisläufe, Nachhaltigkeit und kreative Zusammenarbeit.

Für Designer*innen und professionelle Künstler*innen erweitert sich der Workshop zu einem kollaborativen Laborformat. Auf der Grundlage derselben Prinzipien der Papierherstellung sind die Teilnehmer*innen eingeladen, gemeinsam zu experimentieren, Wissen auszutauschen und neue kreative Anwendungsmöglichkeiten für handgeschöpftes Papier zu erkunden. Das Labor fungiert als Raum der gemeinsamen Gestaltung, in dem sich künstlerische Praktiken, Designansätze und Materialforschung überschneiden. Handgeschöpftes Papier wird sowohl zum Medium als auch zum Forschungsinstrument, mit dem Fragen der Nachhaltigkeit, Innovation und Materialkultur untersucht werden können.

Conversations with Matter ist ein künstlerisches und pädagogisches Projekt, das die Beziehungen zwischen Menschen, Materialien und Transformationsprozessen anhand des Mediums handgeschöpftes Papier erforscht. An der Schnittstelle von Materialforschung, Kunst, ökologischem Denken, traditionellem handwerklichem Wissen und zeitgenössischem Experimentieren lädt das Projekt die Teilnehmenden dazu ein, sich direkt mit Stoffkreisläufen auseinanderzusetzen und Papier nicht nur als Träger von Informationen zu betrachten, sondern als Material, das Erinnerung bewahrt, Prozesse widerspiegelt und Transformation verkörpert.

Das Projekt wurzelt in meiner fortlaufenden künstlerischen Praxis, die sich mit Materialität, Transformation und den verborgenen Erzählungen befasst, die in unserer alltäglichen Umgebung eingebettet sind. Durch genaue Beobachtung, Reflexion und praktisches Tun erforsche ich, wie Materialien Spuren bewahren und Geschichten erzählen. Papier dient als besonders reichhaltiges Medium für diese Erkundung, da es sich kontinuierlich aus Pflanzenfasern, Textilien und Abfall in neue Ausdrucksformen verwandeln lässt. Durch seine Herstellung offenbart Papier die miteinander verflochtenen Themen Erinnerung, Prozess und Transformation, die den konzeptionellen Rahmen dieses Projekts bilden.

Im Mittelpunkt des Projekts steht der gesamte Zyklus der handgeschöpften Papierherstellung. Die Teilnehmer*innen werden in den Prozess eingeführt, von der Auswahl und Identifizierung geeigneter Rohstoffe über deren Aufbereitung, Aufschluss, Blattbildung und Trocknung bis hin zur kreativen Anwendung. Textilabfälle, Recyclingpapier und lokal verfügbare Fasermaterialien werden zu Ressourcen für Experimente und Lernen und zeigen, wie ausrangierte Materialien durch Transformation neuen Wert und neue Bedeutung erlangen können.

Die Workshops verbinden traditionelle und zeitgenössische Methoden der Papierherstellung. Die Teilnehmer arbeiten mit manuellen Werkzeugen wie Mörser und Stößel sowie mit dem „Hollander Beater“, einer im Rahmen des Telluric-Projekts gemeinsam mit Mekanika entwickelten Maschine zur Faserverarbeitung. Durch diese unterschiedlichen Ansätze gewinnen die Teilnehmer ein Verständnis dafür, wie Fasereigenschaften, Verarbeitungsmethoden und Materialauswahl die Qualitäten und Eigenschaften des fertigen Papiers beeinflussen.

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