DIONAE VERTEBRALIS

Spekulative Evolution im Post-Anthropozän
Den absoluten theoretischen Kulminationspunkt der Ausstellung markiert schließlich Giusy Amorosos Specimen Study: Dionaea vertebralis (aus dem Projekt Forme Evolutae). Inspiriert von der massiven, post-industriellen Kontamination der Region Terra dei Fuochi in Süditalien, erforscht und untersucht die Medienkünstlerin, wie sich Leben an hochgradig toxische Belastungen und lebensfeindliche Ökosysteme anpasst. Amoroso begreift Überleben nicht als nostalgischen Widerstand, sondern etwa als strategische Einbindung von Schadstoffen und Giften in lebendes Gewebe – Überleben als kreative Transformation durch Kontamination und Adaption im Post-Anthropozän.
Ihre Installation fantasiert darüber, wie Organismen Metalle und synthetische Polymere direkt in ihre Skelettstrukturen und Kreislaufsysteme integrieren und dabei bizarre, neuartige Gestaltungsformen generieren. In dieser spekulativen Formwerdung werden paradoxerweise gerade Abfall und Toxine zu grundlegenden metabolischen Komponenten für die weitere Evolution des Lebens auf diesem Planeten.
