Österreichischer Kunstpreis

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Donnerstag, 19. Januar 2023 - 0:01

Laufzeit: 

19/01/2023 bis 01/01/2030
[esc] medien kunst labor
  • Meeting

Verleihung des Österreichischen Kunstpreises

Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert.

Empfangen wurden diesmal darüber hinaus auch die Preisträger:innen der Jahre 2021 und 2020, die pandemiebedingt bisher nicht gefeiert werden konnten. Die Auswahl der Preisträger:innen erfolgt durch unabhängige Fachjurys.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen gratulierte den Preisträger:innen in seiner Eröffnungsrede und hob die gesellschaftliche Bedeutung ihrer Arbeit hervor: "Es ist die Kunst, die unsere Gesellschaft in Bewegung hält. Kunst steigt uns auf die Zehen – mit voller Absicht – und entschuldigt sich nicht einmal dafür! Und das soll sie auch nicht. Wir brauchen jemanden, der uns auf die Zehen steigt. Der uns hilft, die Welt um uns herum in neuem Licht zu betrachten. Kunst hält uns allen einen Spiegel vors Gesicht. Was immer wir dort sehen, kann einen großen Anstoß zu Veränderung bedeuten. Und das ist etwas, das die Welt ganz dringend braucht."

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer: "Heute sind Superlative angebracht und genau richtig. Diese Preise sind eine Anerkennung für absolute Spitzenleistungen, für künstlerische Ausnahmeerscheinungen und nicht zuletzt für Ihr Engagement und Ihre Hingabe, mit der Sie an Ihrer Kunst arbeiten. Denn Kunst, das künstlerische Schaffen, ist das Zentrum unserer Kultur, der kreative Kern des Kulturbetriebs."

Der Österreichische Kunstpreis wird etablierten Künstlerinnen, Künstlern und Kulturinitiativen für ihr Gesamtwerk zuerkannt und jährlich vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport vergeben.

 

Jurybegründung Österreischischer Kunstpreis 2020: 

 

Künstliche Intelligenz, Gentechnologie, Robotik, Prothetik, Geopolitik, Feminismus und urbane Netzwerke. Das sind nur einige der Themen, die aktuell im esc medien kunst labor verhandelt werden.

Im August 1993 in Graz gegründet, macht sich diese Initiative seither auf den Weg, die Auswirkungen von Technologie auf Gesellschaft mit den verschiedensten künstlerischen und wissenschaftlichen Ansätzen zu ergründen. Dabei wird auch vor dem Orbit nicht halt gemacht und schon mal ein gemeinsam mit Künstler*innen und Techniker*innen entwickelter Satellit in die Erdumlaufbahn geschossen. Das Wort "gemeinsam" steht im Mittelpunkt der Arbeit von esc: die gemeinsame Entwicklung von Projekten mit Künstler*innen, die Lust am gemeinsamen Experimentieren und am gemeinsamen Draufkommen dessen, was Gesellschaft gerade ausmacht. Das ist es, was die beiden Betreiberinnen des esc antreibt.

Reni Hofmüller und Ilse Weber sind die umtriebigen Persönlichkeiten hinter der Medienkunst-Initiative. Wobei Medienkunst? Die ist nur ein – wenngleich wichtiger – Teil des Ganzen. Interdisziplinäres Denken zwischen Kunst, Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft wird groß geschrieben. Das "esc" selbst schreibt man hingegen klein, steht es doch auch für den Ausstieg, das Entkommen oder die Flucht. Nicht im Sinne eines Fatalismus, vielmehr im deleuzianischen Verständnis als Fluchtlinie für einen Sprung in andere Territorien, um mit dem Wissen aus diesen wieder zurück in die Mitte zu kommen.

Das trifft auch für die Wanderung der Homebase von esc zu. Begonnen wurde in der Plüddemanngasse im östlichen Grazer Stadtbezirk Waltendorf, danach ging es in die Jakoministraße und im September 2013 landete das Labor im Palais Trauttmansdorff in der Bürgergasse im Herzen der Stadt. Dort wird produziert, kooperiert und vernetzt, gezeigt und vermittelt, diskutiert und dokumentiert. Das esc versteht sich dabei nicht als Galerie oder gar als Museum, sondern als offener Kunstraum, der immer wieder aus den engen grenzen der White und Light Cubes ausbricht. Wert wird daher darauf gelegt, dass nicht bloß fertige Arbeiten präsentiert werden, sondern der prozesshafte Charakter der künstlerischen Produktion sichtbar wird.

Mannigfaltig sind auch die Verwurzelungen und Verästelungen, die das esc von Graz ausgehend geschlagen hat. Kooperationen mit lokalen Kunsteinrichtungen, Universitäten, Fachhochschulen oder dem freien Radio gehören genauso dazu wie mit internationalen Akteur*innen. Im Rahmen des esclab wird etwa gezielt die Zusammenarbeit österreichischer Künstler*innen mit Künstler*innen aus anderen Nationen wie Australien, Kanada, Mexiko, Chile, Südafrika, den Vereinigten Staaten oder dem gesamten europäischen Raum gefördert.

 

Es bleibt zu wünschen, dass die Kunst- und Theorie-Maschine des esc auch weiterhin weit über die Grazer Grenze hinaus wirkt, sich renitent gegen den Mainstream stellt und sorgfältig an spannenden Netzwerken webt.

 

Mit anderen Worten: :(){ :⎪:& };:

Thomas Philipp, für den Kulturinitiativenbeirat, Bundeskanzleramt, Sektion II: Kunst und Kultur

Zum Projekt: 

  • Die Preisträgerinnen Reni Hofmüller und Ilse Weber mit Bundespräsident Alexander van der Bellen.
  • Ilse Weber und Reni Hofmüller bei der Verleihung des Österreichischen Kunstpreises.
  • Staatssekretärin Andrea Maier und Bundespräsident Alexander Van der Bellen verleihen dem esc medien kunst labor Reni Hofmüller und Ilse Weber den Österreichischen Kunstpreis.
  • Kulturstadtrat Guenter Riegler, Reni Hofmüller und Ilse Weber gemeinsam mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, bei der Verleihung des Österreichischen Kunstpreises.
  • Kulturstadtrat Guenter Riegler, Ilse Weber, Reni Hofmüller, Jogi Hofmüller, Susanne Schlögl in der Präsidentschaftskanzlei. Verleihung des Österreichischen Kunstpreises.
  • Kulturstadtrat Guenter Riegler, Elisabeth Saubach, Ilse Weber und Reni Hofmüller bei der Verleihung des Österreichischen Kunstpreises in Wien.
  • Ilse Weber und Reni Hofmüller bei der feierlichen Verleihung des Österreichischen Kunstpreises.
  • Ilse Weber und Reni Hofmüller für das esc medien kunst labor bei der Verleihung des Österreichischen Kunstpreises.
  • Kulturstadtrat Guenter Riegler, Renate Kahlbacher, Ilse Weber, Reni Hofmüller, Susanne Schlögl mit der Urkunde des Österreichen Kunstpreises.