En Crypt II

Speicher und Gedächtnis
Wie speichern wir den Geist dieses post-anthropozentrischen Wandels? Teresa Fernández-Pellos En Crypt II liefert darauf eine ästhetisch brillante Antwort, indem sie Speicher- und Gedächtnis-Mikrochips in größere Maßstäbe skaliert inszeniert. Diese in kryptisch-ornamentale Wandobjekte transformierten Designs spiegeln nicht nur minutiös den technologischen Fortschritt im Mikrobereich wider, sondern auch tief verwurzelte kulturelle Muster. Im menschlichen Maßstab betrachtet, weisen die Strukturen der Chip- Architekturen verblüffende Ähnlichkeiten etwa mit Art-déco-Ornamenten, polynesischen Motiven, in Stein gemeißelten Inka-Mustern oder antiken Hieroglyphen auf.
Die Installation scrollt gleichzeitig durch ein riesiges, in Binärcode verschlüsseltes Archiv öffentlicher Internetrezensionen und visualisiert diese als signalhafte Muster aus ein- und ausgeschalteten LED-Lichtern. Fernández-Pello wirft damit die hochrelevante Frage auf, ob menschliche Erinnerungen und Erfahrungen vollständig auf mathematische Daten und deren Kompression reduziert werden können – und welche Nuancen des biologischen Gedächtnisses beim Transfer in den kompakten maschinellen Computerspeicher mit seinen strukturellen Kompressionsprozessen unwiederbringlich verloren gehen.
