To Water Is To Be

Eröffnung: 

Freitag, 24. April 2026 - 19:30

Laufzeit: 

24/04/2026 bis 14/08/2026
esc medien kunst labor to water is to be

 

To Water Is to Be ist eine kinetische Skulptur von Nanno Simonis, die Wasser als zugleich kontrollierbares und unkontrollierbares Element erfahrbar macht. Ein technisch gesteuerter Kreislauf erzeugt in einem Glasbehälter kraftvolle Wasserbewegungen, die scheinbar die Grenzen des Glases sprengen. Zwischen Präzision und Unberechenbarkeit reflektiert die Arbeit ökologische Fragilität und das Verhältnis von Mensch und Natur.

 

Nanno Simonis’ kinetische Skulptur To Water Is to Be reflektiert die doppelte Natur des Wassers – als zugleich kontrollierbares und unkontrollierbares, zartes und kraftvolles Element.

Das Objekt besteht aus einem komplexen technischen System aus destilliertem Wasser, Aluminium, Glas, PVC-Gummi und elektronischen Komponenten (ca. 65 × 65 × 130 cm). Im Inneren eines Glasbehälters erzeugt eine Zentrifugalpumpe einen kontinuierlichen Wasserkreislauf, der den Druck für die Bewegung des Wassers aufbaut. Eine maßgeschneiderte Steuerungselektronik reguliert Rhythmus und Intensität des Flusses und ermöglicht so eine präzise choreografierte Dynamik. Das Wasser prallt mit Wucht gegen die Glaswände, wodurch komplexe, organische Muster entstehen.

Durch diese Steuerung entsteht der Eindruck, dass das Wasser die Grenzen seines Gehäuses überwindet. Es wirkt, als würde es ausbrechen oder eine kontrollierte „Explosion“ vollziehen. Tatsächlich bleibt die Bewegung jedoch technisch reguliert und genau komponiert.

Die Skulptur verdeutlicht damit die Spannung zwischen Kontrolle und Unkontrollierbarkeit: Wasser erscheint einerseits als Ressource, die technisch gefasst und gelenkt werden kann, andererseits als Kraft, die sich jeder vollständigen Beherrschung entzieht. In der präzise gesteuerten Dynamik wird Kontrolle nicht aufgehoben, sondern als fragile, stets prekäre Setzung sichtbar.

Inhaltlich reflektiert das Werk Themen wie ökologische Instabilität, Klimawandel und die enge Verflechtung von Mensch und Natur. Es hinterfragt die Vorstellung, dass natürliche Prozesse vollständig kontrollierbar sind, und verweist auf die fragile Balance von Systemen, in denen Wasser eine zentrale Rolle spielt. Zugleich wird die Installation zu einem Modell, in dem sich technologische Eingriffe und natürliche Dynamiken untrennbar überlagern.

To Water Is to Be vereint technische Raffinesse mit einer Poesie über natürliche Bewegungen und präsentiert Wasser als ein bewegliches, ambivalentes Prinzip zwischen Ordnung und Überfluss – als ein Medium, das zwar formbar ist, aber dennoch seinen eigenen „Willen“ hat.