WEAVING BLACK

Weaving Black übersetzt das Nishijin-Motiv des fließenden Wassers für Veränderung in eine Installation aus Klang, Wasser und Licht. In einer Referenz an die Familientradition des Webens handhabt Masahiko Takeda Klang als ein Material, das durch Überlagerung, Rhythmus und Wiederholung strukturierende Eigenschaften annimmt. Die Geste des Webens verlagert sich vom Textilen hin zu einer Interaktion von Klang, Raum und Bild.
Weaving Black ist inspiriert vom traditionellen Nishijin-Textilmotiv „Ryūsui“ (fließendes Wasser). Dieses seit Jahrhunderten in Kimono- und Obi-Mustern verwendete Motiv steht für kontinuierlichen Wandel und natürliche Zyklen.
Im Zentrum der Installation mit ihren Primärelementen Klang, Wasser und Licht steht die Idee der Transformation: Schwingungen mehrschichtig verwobener Klangstrukturen wirken auf im Raum verteilte Wasseroberflächen ein, die als empfindliche Membranen dienen. Die so entstehenden „Wasserbilder“ bleiben instabil und prozessual – sie verändern sich fortwährend in Abhängigkeit von Frequenz, Intensität und räumlicher Disposition; zugleich machen sie die Verteilung und Strukturierung akustischer Prozesse im Raum sichtbar.
Die Installation verschränkt akustische, visuelle und materielle Ebenen und versteht Resonanz als formbildendes Prinzip. Klang erscheint hier nicht nur als auditives Phänomen, sondern als räumliche Bewegung und temporäre Struktur.
Ein biografischer Bezugspunkt liegt in der Tradition der Nishijin-Weberei der Familie des Künstlers. Dort wurden ausschließlich schwarze Obis, sogenannte Kurotomo, gefertigt – ein Bestandteil weiblicher Trauerkleidung. Das Weben, verstanden als strukturierendes Verbinden einzelner Elemente, bildet den konzeptuellen Ausgangspunkt.
Vor dem Hintergrund, diese handwerkliche Tradition nicht fortführen zu können, entwickelt Masahiko Takeda eine andere Form des „Webens“. In Weaving Black wird Klang selbst zum Material, das durch Überlagerung, Rhythmus und Wiederholung strukturierende Eigenschaften annimmt. Die Geste des Webens verschiebt sich vom Textilen in ein immaterielles Feld und wird als Prozess von Schwingung und Resonanz neu gefasst.
Weaving Black verbindet traditionelle Referenzen mit zeitgenössischer Medienpraxis. Das Prinzip des Webens bleibt erhalten, wird jedoch in ein anderes Materialsystem übertragen. Transformation als zentrales Motiv realisiert sich zwischen Material und Immaterialität, zwischen handwerklicher Praxis und installativer Anordnung, zwischen stabiler Form und kontinuierlicher Veränderung.
