CURIOUS TAUTOPHONE

Eintritt: 

Eintritt frei
EMPATHY-SWARM-CURIOUS-TAUTOPHONE-AND-DR.-DOPPLERS-MACHINE_by_K.Hochschuh_A.Donovan_@_esc-medien-kunst-labor_©_esc-mkl_Foto:_K.Hochschuh_A.Donovan

CURIOUS TAUTOPHONE

Ein glänzender, metallener Roboter dreht einen direktionalen Lautsprecher um zwei Achsen: ein Feld aus Licht bewegt sich synchron mit einem Strahl aus Klang. Einem Strudel gleich wird der Betrachter mit allen seinen Sinnen in die Installation gesogen, um sich in einer stetig verändernden räumlichen Klangskulptur wiederzufinden, die ihn aufnimmt und umhüllt. Ein Moment kostbarer Intimität zwischen BesucherIn und Roboter entsteht und öffnet eine Tür, ein Interface zwischen Mensch und Maschine.

 

Der bewußt nicht-anthropomorphe Roboter ist die Quelle dieser transzendenten Atmosphäre, die das Unterbewusstsein des Betrachters auditiv und visuell stimuliert und davon genährt wird, dass das Megatautophone gleichermaßen eine Apparatur der Kunst wie der Musik und gleichzeitig ein Instrument der Psychologie und Physik ist.

 

Der Name Tautophone leitet sich von projektiven Hörtests der Psychologen Skinner, Rosenzweig und Shakow ab, die als Form eines hörbaren Rorschach-Tests verstanden werden können, bei dem eine Sequenz von Vokalen wiederholt wird und diese anstelle des Tintenklecks-Bildes latente Sprache, verborgen im Unterbewusstsein des Zuhörers, zum Vorschein zu bringen versucht. Das Tautophone scheint neugierig – kurios – curious zu sein, motiviert, seine Umgebung zu erforschen und zu lernen. Dieser Eindruck wird durch die menschliche Fähigkeit Mitgefühl mit Maschinen und Dingen zu haben, die schon 1944 von den Psychologen Heider und Simmel untersucht und dargelegt wurde, bestätigt. Dieses Sich-in-andere- bzw. in-anderes-Hineinzuversetzen gibt Raum für Spekulation über das menschliche Bedürfnis, ein Weiterleben des eigenen Ichs in neuen Lebensformen zu ermöglichen, dem eine unterbewusste Gewissheit der eigenen Sterblichkeit zugrunde liegt. Tensor Fields – Tensor Felder – sind der mathematische Begriff für die Darstellung der visuellen Umgebung, die kontinuierlich neue Formen annimmt - sich dauerhaft verändernde Tintenkleckse aus Licht. Durch das physikalische Phänomen des gerichteten Klangs als Medium robotischen Ausdrucks und aufgrund der ungewöhnlichen, fast unheimlichen Natur des Hörens dieser auditiven Halluzinationen, wird der Sinnesapparat des Betrachters durch die Vielzahl sublimer Stimuli geschärft und intensiviert.

 

Letztendlich beschäftigt sich CURIOUS TAUTOPHONE mit den grundlegenden Strukturen, die Realität und Möglichkeit miteinander verknüpfen, wobei die Rolle des Roboters darin liegt, das kognitive Gewebe, welches Mensch und Maschine verbindet, neu zu kalibrieren.