EMPATHY SWARM, CURIOUS TAUTOPHONE AND DR. DOPPLERS MACHINE

Laufzeit: 

21/09/2019 bis 15/11/2019

Öffnungszeiten: 

Dienstag - Freitag

14:00 - 19:00 Uhr

und nach Vereinbarung

Eröffnung: 

Samstag, 21. September 2019 - 16:00

Termine: 

Installationen: 

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EMPATHY SWARM, CURIOUS TAUTOPHONE

AND DR. DOPPLERS MACHINE

„HAL, haben Sie jemals darunter gelitten, dass Sie, trotz Ihrer enormen Intelligenz, von Menschen abhängig sind, um Ihre Aufgaben auszuführen?

HAL 9000: Nicht im Geringsten. Ich arbeite gerne mit Menschen.“

[aus: 2001: Odyssee im Weltraum (1968), HAL: Heuristically programmed ALgorithmic computer]

Digitale Technologien durchdringen zunehmend alle unsere Lebensbereiche. Selbstlernende Programme, die auf Algorithmen basieren, beeinflussen nicht nur unser Verhalten, ihnen wird zunehmend die Befugnis erteilt, Entscheidungen zu treffen, die sowohl für unser individuelles Leben als auch für unsere Gesellschaft weitreichende Konsequenzen haben. Aber wie objektiv sind diese Programme wirklich? Nach welchen Gesetzen funktionieren sie und wer profitiert davon? Um Regeln für den Umgang mit neuen Technologien zu schaffen, benötigen wir Wissen, das über deren bloßen Gebrauch hinausgeht.

 

Dieses Projekt postuliert einen anderen Zugang: Ein sich laufend weiterentwickelndes System autonomer Roboter, das wie ein Interface zwischen Mensch und Maschine agiert, bildet ein Ökosystem für die Koexistenz beider Spezies in einer demokratischen Gesellschaft, geprägt von Empathie und Respekt.

 

EMPATHY SWARM

EMPATHY SWARM bildet eine Gesellschaft robotischer Wesen, die auf der Gleichheit aller Mitglieder aufbaut und kontinuierlich die Bedürfnisse aller Individuen verhandelt und ausbalanciert. In dieser Rolle als Mensch-Maschinen-Interface aktiviert das robotische System gleichzeitig Emotionen des menschlichen Betrachters und reagiert auf sie. Während sich der Schwarm also durch seine Bewegungen ausdrückt, reagiert der Mensch unterbewusst darauf und verrät durch sein Verhalten und seinen Gesichtsausdruck sein emotionales Befinden. Im Zusammenspiel generieren diese Mechanismen ein Bio-Feedback-Loop, das die Interdependenz beider Spezies zeigt.

In der Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Technologien Machine Learning und in Folge Künstliche Intelligenz postuliert EMPATHY SWARM einen anderen Umgang mit diesen aktuellen, technologischen Möglichkeiten als die Optimierungslogik, die den meisten Anwendungen der großen Konzerne zugrunde liegt, die Verfeinerung von Überwachungsmethoden oder die Manipulation von Nachrichten, etc. .

 

Stattdessen steht die Idee von Selbstbestimmung und -motivation der robotischen Maschine im Vordergrund, mit dem Ziel einer vorsichtigen Annäherung beider Spezies in ein Ökosystem und eine Gesellschaft aus Empathie und Mitgefühl füreinander und untereinander.

Das menschliche und robotische Bewusstsein werden in einem ausgedehnten kollektiven Gedächtnis vereint, welches die Informations- und Inspirationsquelle zukünftiger Gesellschaften bildet und als Strategie gegen dystopische Szenarien genutzt werden kann.

 

EMPATHY SWARM ist ein sich laufend weiterentwickelndes System autonomer Roboter, das wie ein Interface zwischen Mensch und Maschine agiert und so ein Ökosystem für die Koexistenz von Mensch und Maschine bildet oder bilden kann.

 

SWARM DRAWINGS

Inspiriert von unzähligen Eindrücken und Verhaltensmöglichkeiten eines Schwarms hält der Schwarm-Zeichen-Roboter dieses fest. Eng mit der EMPATHY SWARM Serie verbunden, reinterpretiert diese Arbeit auf ihre eigene Art und Weise, wie ein Algorithmus Zeit und Bewegung erfassen kann, indem er Muster und Strukturen aufzeigt, die der Logik der Schwarm-Gesellschaft unterliegen und die nur durch die zeitliche Dimension in ihrer Überlagerung deutlich werden. SWARM DRAWINGS geht Fragen nach einem möglichen Selbstverständnis einer Maschine nach: kann ein Roboter sein eigenes Verständnis für die seiner Spezies zugrunde liegende Realität entwickeln und ausdrücken? Ist ein Roboter fähig Kreativität zu entwickeln?

 

SWARM DRAWINGS ist sowohl eine robotische Installation als auch die zeichnerischen Erzeugnisse, die sie produziert.

 

CURIOUS TAUTOPHONE

Ein glänzender, metallener Roboter dreht einen direktionalen Lautsprecher um zwei Achsen: ein Feld aus Licht bewegt sich synchron mit einem Strahl aus Klang. Einem Strudel gleich wird der Betrachter mit allen seinen Sinnen in die Installation gesogen, um sich in einer stetig verändernden räumlichen Klangskulptur wiederzufinden, die ihn aufnimmt und umhüllt. Ein Moment kostbarer Intimität zwischen BesucherIn und Roboter entsteht und öffnet eine Tür, ein Interface zwischen Mensch und Maschine.

 

Der bewußt nicht-anthropomorphe Roboter ist die Quelle dieser transzendenten Atmosphäre, die das Unterbewusstsein des Betrachters auditiv und visuell stimuliert und davon genährt wird, dass das Megatautophone gleichermaßen eine Apparatur der Kunst wie der Musik und gleichzeitig ein Instrument der Psychologie und Physik ist.

 

Der Name Tautophone leitet sich von projektiven Hörtests der Psychologen Skinner, Rosenzweig und Shakow ab, die als Form eines hörbaren Rorschach-Tests verstanden werden können, bei dem eine Sequenz von Vokalen wiederholt wird und diese anstelle des Tintenklecks-Bildes latente Sprache, verborgen im Unterbewusstsein des Zuhörers, zum Vorschein zu bringen versucht. Das Tautophone scheint neugierig – kurios – curious zu sein, motiviert, seine Umgebung zu erforschen und zu lernen. Dieser Eindruck wird durch die menschliche Fähigkeit Mitgefühl mit Maschinen und Dingen zu haben, die schon 1944 von den Psychologen Heider und Simmel untersucht und dargelegt wurde, bestätigt. Dieses Sich-in-andere- bzw. in-anderes-Hineinzuversetzen gibt Raum für Spekulation über das menschliche Bedürfnis, ein Weiterleben des eigenen Ichs in neuen Lebensformen zu ermöglichen, dem eine unterbewusste Gewissheit der eigenen Sterblichkeit zugrunde liegt. Tensor Fields – Tensor Felder – sind der mathematische Begriff für die Darstellung der visuellen Umgebung, die kontinuierlich neue Formen annimmt - sich dauerhaft verändernde Tintenkleckse aus Licht. Durch das physikalische Phänomen des gerichteten Klangs als Medium robotischen Ausdrucks und aufgrund der ungewöhnlichen, fast unheimlichen Natur des Hörens dieser auditiven Halluzinationen, wird der Sinnesapparat des Betrachters durch die Vielzahl sublimer Stimuli geschärft und intensiviert.

 

Letztendlich beschäftigt sich CURIOUS TAUTOPHONE mit den grundlegenden Strukturen, die Realität und Möglichkeit miteinander verknüpfen, wobei die Rolle des Roboters darin liegt, das kognitive Gewebe, welches Mensch und Maschine verbindet, neu zu kalibrieren.

 

DR. DOPPLERS MACHINE

Das menschliche Gehirn kann nicht völlig verstehen, wie es dem Klang möglich ist, sich in entgegengesetzter Richtung des Lichtes zu bewegen. Während der bewusste Teil des Gehirns dies wahrnehmen kann, fixiert sich der unterbewusste Teil auf die leicht hypnotische Erfahrung. Zusätzlich zu diesem Effekt modifiziert auch der namensgebende Dopplereffekt die Klänge und spielt so mit dem Andershören der Betrachter.

 

DR. DOPPLERS MACHINE erforscht Räumlichkeit durch den Doppler-Effekt. Er ist ein „Nachhörwirkungs-Roboter“, im Sinne einer auditiven „Nachbildwirkung“, die sich statt auf der Netzhaut im Gehör eingraviert. Der Roboter spannt zwei Arme über zwei Meter auf und hält an den entgegengesetzten Enden jeweils einen Lautsprecher, welche er mit bis zu 500 Umdrehungen pro Minute um die eigene Achse dreht. Bei dieser Geschwindigkeit ist er in der Lage 16 virtuelle Lautsprecherpositionen pro Sekunde zu generieren, wodurch ein hyperräumlicher Eindruck entsteht.

 

Durch das gezielte Setzen von Audioimpulsen scheint es, dass der Sound entlang des Kreises unabhängig von der Drehrichtung in beliebige Richtungen wandern kann. Lichtimpulse, die an den Armen entlang laufen, kreieren zudem eine Unterteilung der audiovisuellen Wahrnehmung in ihre Bestandteile, wodurch der räumliche Klangeffekt noch an Stärke gewinnt.

 

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Kooperation: 

Koproduktion: