INFINITE POSTURE DATASET

Eröffnung: 

Freitag, 13. Mai 2022 - 17:00

Laufzeit: 

13/05/2022 bis 29/07/2022
©esc-medien-kunst-labor_infinite-posture-dataset

Sie bewegt sich endlos im Rhythmus des Geräts, das im Rahmen des Bildschirms festgeschnallt ist, und folgt oder gibt Anweisungen; teils Mensch, teils Maschine. Das Design des Geräts ist inspiriert von einem Gerät, das den Schrittzähler auf dem Smartphone austrickst. Technologie, die von Technologie ausgetrickst wird.

Ihre Bewegungen, eingefangen in einem Motion-Capture-ähnlichen, engen Anzug, der ihre Körperteile dekonstruiert, sprechen von komplexen und widersprüchlichen Emotionen, aber ihr Gesicht, aus dem wir normalerweise ablesen, wie sich jemand fühlt, bleibt verborgen. Aber ist die Maschine, die ihre dekonstruierten und neu sequenzierten Körperhaltungen beobachtet, tatsächlich in der Lage zu erkennen, was der Körper kommuniziert? Können wir das?

Der menschliche Geist "kennt" die Körpersprache aus einer Art Urgedächtnis. Wir scheinen in der Lage zu sein, verschiedene Bedeutungen in unterschiedlichen Ausdrücken und Körperhaltungen sekundengenau zu lesen und sie in Emotionen zu übersetzen, die auf unseren persönlichen und kulturellen Erfahrungen im Umgang mit anderen beruhen. Dieses komplexe und oft unbewusste "Körperwissen" einer KI beizubringen, ist eine andere Sache.

In vielen ihrer jüngsten Arbeiten hinterfragt die niederländische Künstlerin Coralie Vogelaar die Fortschritte und das Potenzial der modernen Emotionstechnologie, indem sie häufig mit Tänzern und Performern zusammenarbeitet. Die Bewegungen der Tänzerin in dieser Installation visualisieren intensive Gefühle, die vielschichtig und manchmal sogar chaotisch sind. Die Art und Weise, wie sie sich bewegt, erinnert manchmal an Robotik, dann wieder an die von der Choreografin und Tänzerin Mary Starks Whitehouse 1950 erfundene Technik des "Authentic Movement", die mit freien Assoziationen des Körpers arbeitet und so mehr emotionale Energie in die scheinbar kalte/strukturierte Welt der Technologie bringt. Schließlich kommt Emotion aus dem Griechischen "emotere", was so viel wie "Energie in Bewegung" bedeutet. Innerhalb dieser Spannungen müssen wir den Körper entschlüsseln, der zu uns spricht.

 

Credits:
Tänzerin: Courtney May Robertson
Choreografie: Marjolein Vogels
Technische Installation: Johannes Wernicke & Léon Spek
Produktion Rahmen: Rob den Dulk
Video: Geert van Schoot, Turtle Beach

Ermöglicht durch:
Fonds der Kreativwirtschaft NL
MU Artspace
HeK (Haus der elektronischen Künste Basel)